| Брошура |
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Page 8 of 10 VII Wie verläuft die Operation und was geschieht danach? Nach Beendigung der Vorbereitungsphase wird Ihnen - Spender und Empfänger - ein Aufnahmetermin für die Transplantationsstation H5 gegeben. Die Aufnahmetermine werden vom zuständigen urologischen Oberarzt, den Sie bei der Abschlussbesprechung bereits kennen gelernt haben, mitgeteilt. In Einzelfällen werden zur Klärung aktueller Probleme Spender oder Empfänger 1 Tag eher einbestellt, normalerweise können Sie jedoch davon ausgehen, dass die Operation am nächsten Tage durchgeführt wird. Postmortale Spenderangebote können aus Kapazitätsgründen zu einer Terminverschiebung führen; das Gleiche gilt für akute Erkrankungen auch leichterer Art - wie z.B. Erkältung etc. bei Spender und Empfänger. Operationsverfahren (offene Entnahmetechnik) Der Eingriff wird in Allgemeinnarkose durchgeführt. Die Niere wird durch einen 10-20 cm langen Hautschnitt im Bereich des rechten bzw. linken Oberbauches freigelegt und mit Anteilen der Nierengefäße und des Harnleiters entfernt. Die Gefäßstümpfe und das verbleibende Harnleiterende werden mit Fäden unterbunden. Besondere Umstände, die wir erst während des Eingriffes feststellen, können zu einer Änderung, Erweiterung oder zum Abbruch der Operation zwingen. Bitte geben Sie auch hierzu Ihre Einwilligung. Operationsverfahren (laparoskopische/retroperitoneoskopische Entnahmetechnik Laparoskopische Technik: Auch diese Eingriffe werden in Allgemeinnarkose durchgeführt. Weltweit gehen immer mehr Zentren zu diesem weniger eingreifenden (invasiven) Verfahren über. Das Operationstrauma und damit der Krankenhausaufenthalt für den Spender werden vermindert. Bei der laparoskopischen Entnahmetechnik wird die Bauchhöhle unter Kamerasicht eröffnet. Die Entfernung des Organs erfolgt mit speziellen Instrumenten. Insgesamt werden 4 kleine Schnitte in die Bauchwand gemacht, über die eine Kamera sowie die Arbeitsinstrumente in die Bauchhöhle eingeführt werden. Die Niere wird dann frei präpariert und zuletzt über einen ca. 6-10 cm großen Hautschnitt entfernt Retroperitoneoskopische Entnahmetechnik: Da die Nieren im Retroperitonealraum ( = Raum hinter der Bauchhöhle) liegen, ist eine weitere Entnahmetechnik möglich: Die so genannte retroperitoneoskopische Entnahme. Diese Methode ist wie die laparaskopische Technik ein endoskopisches Verfahren (Schlüssellochtechnik). Im Gegensatz zur Laparaskopie erfolgt der Zugang zur Niere hierbei nicht über die Bauchhöhle, sondern über die Seite (d.h. hinter dem Bauchraum). Somit wird die Bauchhöhle bei dieser Technik nicht eröffnet. Die Niere wird unter Kamerasicht mit speziellen Arbeitsinstrumenten frei präpariert und zuletzt durch einen ca. 10 cm großen Hautschnitt entnommen. Unabhängig von der Operationstechnik wird vorzugsweise die Niere entnommen, bei der der Spender durch die Entnahme am wenigsten gefährdet ist. Hierbei spielt die Anzahl der Nierengefäße eine wesentliche Rolle (je weniger Gefäße, desto einfacher die Entnahme). Falls nichts dagegen spricht, wird die linke Niere entnommen, da diese auf Grund einer längeren Nierenvene einfacher beim Empfänger einzupflanzen ist. Folgen des Eingriffs Da Ihre beiden Nieren voll funktionsfähig, sind, ist nach ärztlicher Beurteilung davon auszugehen, dass Sie nicht über das individuelle also persönliche Operationsrisiko hinaus gesundheitlich beeinträchtigt werden. Die verbleibende Niere ist in der Lage, alleine die erforderliche Entgiftungsfunktion zu erfüllen. Spätschäden, die allein durch Einnierigkeit über einen langen Zeitraum hin verursacht werden könnten, sind bisher nicht bekannt geworden. Dies wurde erst kürzlich von einer schwedischen Arbeitsgruppe bestätigt: Spender einer Niere haben eine deutlich längere Lebenserwartung (+29%) als der Rest der schwedischen Bevölkerung. Grund ist das besondere Klientel der Nierenspender, bei denen es sich um ausgesuchte, ausgesprochen gesunde Menschen handelt. Hiermit lässt sich festhalten, dass die Lebenserwartung von Nierenspendern nicht herabgesetzt ist. Damit gut vereinbar war die Beobachtung, dass amerikanische Welt-Krieg II Piloten, die eine Niere verloren hatten, über 40 Jahre später, sich in ihrer Lebenserwartung nicht von der übrigen Bevölkerung unterschieden. Die Entnahme der Niere und eines Teils des Harnleiters (Nephroureterektomie) bei einem gesunden Spender ist jedoch wie jede Operation mit Risiken verbunden. Dabei unterscheidet man frühe und späte chirurgische Komplikationen. In sehr seltenen Fällen kann der Spender an den Folgen der Operation sterben. Die Häufigkeit eines tödlichen Ausgangs wird in der Literatur mit ungefähr 0,03 neuerdings nach anderen Studien mit 0.02 Prozent angegeben, dürfte an erfahrenen Transplantationszentren aber weit darunter liegen. Am Großhaderner Transplantationszentrum ist bisher bei über 240 Lebendspender Operationen kein Todesfall eingetreten. |
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